Bücher tun Gutes

Sheikh Zayed Book Award: Preise für arabische Literatur 2021 vergeben

24.04.2021  

Sheikh Zayed Book Award – Der weltweit führende arabische Literatur- und Kulturpreis gibt die Preisträger*innen 2021 bekannt

Rekordjahr mit über 2.349 Einsendungen aus 57 Ländern
Die Gewinner*innen kommen aus fünf Ländern, darunter Ägypten, Libanon, Saudi-Arabien, Tunesien und den USA
Iman Mersal gewinnt in der Kategorie Literatur; Preise für Werke über saudische Schriftstellerinnen, arabische Redekunst und zur Geschichte der Arroganz
Jede*r Gewinner*in erhält einen Preis, der durch seine hohe Dotierung von 750.000 VAE-Dirham (168.000 EUR) enorme berufliche Möglichkeiten eröffnet

Unter der Schirmherrschaft Seiner Hoheit Sheikh Mohammed bin Zayed bin Sultan Al Nahyan, Kronprinz des Emirats Abu Dhabi und stellvertretender Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate hat der Sheikh Zayed Book Award, einer der renommiertesten Literaturpreise der arabischen Welt, die Gewinner*innen seiner 15. Ausgabe in acht international ausgerichteten Hauptkategorien bekanntgegeben.

Die Preisträger*innen 2021 sind:

Kategorie „Literatur“: Iman Mersal (Ägypten) mit dem Titel Fee Athar Enayat Al Zayyat (In the Footsteps of Enayat Al-Zayyat). Sie ist im deutschsprachigen Raum u.a. für die Worte „Der Riss beginnt im Inneren“, den Titel der Berlin Biennale 2020, bekannt. Außerdem war sie schon zu Gast beim poesie festival berlin.

Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“: Mizouni Bannani (Tunesien) mit dem Titel Rehlat Fannan (An Artist’s Journey). Das Buch, so die Jury, „ist bilderreich, geht langsam, aber spannend voran und sprüht vor Fantasie.“

Kategorie „Nachwuchsautor*innen“: Dr. Asma Muqbil Awad Alahmadi (Saudi-Arabien) mit einer Studie zur bemerkenswerten Zunahme von Autorinnen in Saudi-Arabien über den Zeitraum 1999-2012: Eshkalyat Al Thaat Al Saredah Fee Al Rwayah Al Nesaayah Al Saudiah (The Problems of the Narrated Self in the Saudi Feminist Novel (1999 – 2012)). Die in ihrer Studie untersuchten Romane, so stellten die Juroren fest, seien „eine Plattform geworden, auf der Frauen eigenverantwortlich ihre Geschichte erzählen, ihr Inneres erforschen und ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Unabhängigkeit ausüben.“

Kategorie „Arabische Kultur in anderen Sprachen“: Tahera Qutbuddin (USA) mit Arabic Oration: Art and Function (2019). Die Jury lobte die „außergewöhnliche Vertrautheit der Autorin mit der klassischen arabischen Literatur und ihr sicherer Umgang mit mündlichen Überlieferungsstudien und -theorien, die es ihr ermöglicht haben, die verschiedenen Aspekte des Sprechens klar zu artikulieren: Struktur, Stil, Formen und Funktion”.

Kategorie „Verlagswesen und Technologie“: Dar Al Jadeed (Libanon). Der Verlag mit dem einzigartigen Schwerpunkt auf lange nicht beachteten Themen des arabischen Verlagswesens wurde im Jahr 2000 in Beirut von dem verstorbenen libanesischen Schriftsteller und Übersetzer Lokman Slim und Rasha al Ameer gegründet. Die Jury hob die Gedichtsammlungen und Anthologien führender arabischer Dichter*innen hervor und würdigte die innovativen Neuausgaben klassischer Werke, die literarischen und intellektuellen Ambitionen und das Engagement für die Förderung junger und aufstrebender Schriftsteller*innen.

Kategorie „Übersetzungen“: Michael Cooperson (USA) für die Übersetzung von Impostures by Al-Hariri aus dem Arabischen ins Englische. Die Jury hob „die mutige, ausgereifte und innovative Herangehensweise an die Übersetzung“ hervor. Diese ermöglichte Michael Cooperson, Maqamat Al-Hariri besser als jeder andere zu verstehen und „ihn als einen wertvollen Bestandteil des arabischen Erbes zu würdigen. Cooperson hat es verstanden, die Gefühle, Ideen und Ausdrücke auf bemerkenswerte Weise und umfassend ins Englische zu übertragen, selbst mit einem schwierigen Werk, das stark von einem Reimschema abhängt“.

Kategorie „Literatur- und Kunstkritik“: Khelil Gouia (Tunesien) mit Massar al Tahdeeth fil Funoon zum Tashkeeliyya men zum Ursooma ela al Lawhah (The Evolution of Art from Doodle to Painting; Mohammad Ali Publishing House, 2020).

Kategorie „Beitrag zur Entwicklung der Nationen“: Saeed El-Masry (Ägypten) mit Turath al Este’la Bayn al Folklore wal Majal al Dini (The History of Arrogance: Between Faith & Folklore, Batana Publishing & Distribution in 2019).

2020 war ein Rekordjahr in Bezug auf die Einsendungen, insbesondere in den Kategorien „Nachwuchsautor*innen“, „Literatur“ sowie „Kinder- und Jugendliteratur“. Die Preise gehen an Preisträger*innen aus fünf verschiedenen Ländern: Ägypten, Libanon, Saudi-Arabien, Tunesien und USA. Das wissenschaftliche Komitee war erfreut über die trotz der globalen Pandemie gestiegene Zahl der eingereichten Bücher. Für das Komitee spiegelt sich darin nicht nur die Bedeutung von Literaturpreisen wider, sondern auch die Widerstandsfähigkeit und Vitalität der internationalen Verlagsbranche.

Die Gewinner*innen erhalten jeweils ein Preisgeld von 750.000 VAE-Dirham (168.000 EUR), eine Auszeichnung, die sowohl ihre Leistungen anerkennen wie auch ihre laufende Arbeit unterstützen soll. Darüber hinaus können sich die Gewinner-Titel in den Kategorien „Kinder- und Jugendliteratur“ und „Literatur“ für eine SZBA-Übersetzungsförderung bewerben. Die britische Preisträgerin Dame Marina Warner (in der Kategorie „Arabische Kultur in anderen Sprachen“, 2013) beschrieb den Award als bereichernd für die akademische Welt: “weniger eine Trophäe, eher ein großzügiges Stipendium, das es den Preisträger*innen ermöglicht, ihre Abenteuer hin zu mehr Verständnis fortzusetzen”.

Die Auszeichnungen werden per Youtube-Livestream offiziell während der Abu Dhabi International Book Fair (23.–29. Mai 2021) überreicht.

Der Sheikh Zayed Book Award zählt zu den renommiertesten Literaturpreisen der arabischen Welt. Er möchte die einflussreichsten, anregendsten und herausforderndsten Werke der arabischen Welt präsentieren und verstärkt Bildung und Kreativität fördern, indem er diese großen kulturellen Leistungen der arabischen Kultur würdigt und auszeichnet. Mit den Worten des letztjährigen Gewinners in der Kategorie „Kinder- und Jugendliteratur“, Ibtisam Barakat, ist der Sheikh Zayed Book Award „das Äquivalent des Nobelpreises in der arabischen Welt”.

Der Vorsitzende der Kultur- und Tourismusbehörde, S.E. Mohamed Khalifa Al Mubarak, sagte „Seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2006, ist der Sheikh Zayed Book Award ein Preis mit internationaler Strahlkraft, der als Spitzenreiter auf dem Gebiet der Kultur und Literatur anerkannt und gewürdigt wird. Mit dieser inspirierenden Auszeichnung halten wir das Gedenken unseres Gründungsvaters, des verstorbenen Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan in Ehren, dessen großer Weitblick eng verbunden war mit den Eckpfeilern der Kultur, des Wissens und des Fortschritts.“

Dr. Ali bin Tamim, Vorsitzender des Abu Dhabi Arabic Language Centre und Generalsekretär des Sheikh Zayed Book Award, hob hervor: „Trotz der Herausforderungen des Jahres 2020 freuen wir uns über ein Rekordjahr mit eingereichten Werken von außergewöhnlicher Qualität. Als einer der bedeutendsten Kulturpreise der arabischen Welt sind wir stolz darauf, eine florierende internationale Verlagslandschaft zu unterstützen und freuen uns, dass die Gewinner aus fünf Ländern aus aller Welt kommen. Besonders beeindruckt waren die Juroren von der Gattungsvielfalt, der Bandbreite der Themen und dem Ehrgeiz der hier vertretenen Wissenschaftler*innen und Autor*innen. Die diesjährigen Preisträger*innen unterstreichen die Bedeutung und das Prestige des Preises in der arabischen Welt und darüber hinaus. Wir schätzen ihre Leistung und freuen uns auf weitere hervorragende Werke in den kommenden Jahren.“

Der französisch-libanesische Autor Amin Maalouf, Gewinner der Kategorie “Kulturelle Persönlichkeit des Jahres” 2016, kommentierte: “In diesen schwierigen Zeiten ist es wichtiger denn je, den Fokus auf Bücher und kulturelle Werte zu legen. Sie allein können uns den moralischen Kompass geben, den wir so dringend brauchen, um mit wachen Augen weiterzumachen.”

Ausblick
? Ankündigung der kulturellen Persönlichkeit des Jahres: KW 25.4.2021
? Offizielle Preisverleihung: Youtube-Livestream während der Abu Dhabi International Book Fair (23.–29. Mai 2021).