Bücher tun Gutes

Spanien soll Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2021 werden

26.11.2017  

Die Frankfurter Buchmesse und das spanische Ministerium für Bildung, Kultur und Sport haben – im Beisein des spanischen Verlegerverbandes – eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um den Auftritt Spaniens als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse (20.-24. Oktober 2021) vorzubereiten. Damit wäre Spanien genau 30 Jahre nach seinem letzten Ehrengastauftritt in Frankfurt präsent. Zu den meistgelesenen und wichtigsten zeitgenössischen spanischen Autoren gehören Fernando Aramburu, Dolores Redondo, Carlos Ruiz Zafón, Javier Marías, Almudena Grandes und Arturo Pérez-Reverte. Die spanische Sprache wird von rund 500 Millionen Menschen gesprochen und ist somit eine der lebendigsten Sprachen weltweit.

Die Partner bezeichnen diesen Ehrengastauftritt auf der Frankfurter Buchmesse als herausragende Möglichkeit, die Entwicklungen und Strömungen in der spanischen Kultur der letzten Jahrzehnte aufzuzeigen und die spanische Literatur und Autoren einem internationalen Publikum vorzustellen. Ein weiteres Ziel des Auftrittes ist es, die Kreativ- und Kulturbranche Spaniens international zu vernetzen.

„Spanien durchlebt derzeit – wie viele andere Länder Europas – sehr bewegte Zeiten, in denen wir politische Spannungen und ein Auseinanderdriften der Perspektiven beobachten”, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, bei der Unterzeichnung. „Kulturschaffende und Literaten stehen vor der besonderen Herausforderung, diese Zeiten nicht nur auszuleuchten und zu dokumentieren, sondern auch konstruktiv umzudeuten und Brücken zu bauen.”

Die Frankfurter Buchmesse ist die wichtigste Buch- und Medienmesse weltweit. Jedes Jahr nehmen rund 286.000 Besucher aus 125 Ländern teil, darunter rund 170.000 Fachbesucher. 10.000 akkreditierte Journalisten und Blogger aus 75 Ländern berichten jedes Jahr live über die rund 4.000 Events und Aktivitäten, die während der Buchmesse stattfinden.

Die weltweite Resonanz der Frankfurter Buchmesse möchten der Verlegerband und das Kulturministerium 2021 dazu nutzen, neue Einblicke in die kulturelle Landschaft Spaniens und ihre wichtigsten Teilbereiche zu vermitteln. Dabei sollen die Vielfalt und die Innovation in der Kultur- und Kreativbranche eine zentrale Rolle spielen. Neben der klassischen Buchbranche wollen sich auch Teilnehmer anderer Branchen – visuelle Künste, Kulturerbe, Film, Fernsehen, Radio, Musik, Games, Gastronomie etc. – präsentieren.

Der Ehrengastauftritt knüpft an das Leseförderungsprogramm 2017-2020 an, das unter dem Motto „Leer te da vidas extra” („Lesen schenkt dir mehrere Leben“) vom Secretaría de Estado de Cultura am 3. Mai dieses Jahres verabschiedet wurde sowie an das „Kulturprogramm 2020“, dessen übergeordnetes Ziel in der Verbreitung der Kultur Spaniens im internationalen Rahmen besteht.

Seit dem letzten Auftritt Spaniens als Ehrengast im Jahr 1991 hat die spanische Buchbranche einen beispiellosen Wandel durchlebt, der sich durch eine neue kulturelle Vielfalt auszeichnet. Mit durchschnittlich 80.000 Neuerscheinungen pro Jahr positioniert sich Spanien außerdem als eines der Länder mit der größten Buchproduktion weltweit.

Die Buchbranche ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Triebfedern innerhalb des spanischen Kultursektors. Laut dem vom Ministerium für Bildung, Kultur und Sport veröffentlichten „Jahrbuch für Kulturstatistik 2016“ trug die Buch- und Presseverlagsbranche im Jahr 2014 0,9 % zum Gesamtbruttoinlandsprodukt sowie 34,1% zum Gesamtbruttoinlandsprodukt der Kulturwirtschaft bei. Somit ist das Verlagswesen die wichtigste Kulturindustrie Spaniens – und ein starker Jobmotor: 2015 arbeiteten 515.000 Personen in der Branche, darunter waren 49.500 (9,6%) im Verlagswesen (Buch, Presse und sonstige) beschäftigt.

Laut den neuesten Zahlen von der International Publishers Association ist Spanien einer der vier wichtigsten europäischen Märkte nach Deutschland, Großbritannien und Frankreich.