Bücher tun Gutes

Das Literarische Quartett im ZDF mit Joachim Meyerhoff als Gast

31.05.2019  

Volker Weidermann lädt am Freitag, 14. Juni 2019, 23.00 Uhr, im ZDF gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn zum Gespräch über Bücher. Zu Gast beim "Literarischen Quartett" ist dieses Mal der Schauspieler und Schriftsteller Joachim Meyerhoff. Die vier diskutieren über Neuerscheinungen von Alina Bronsky, Jochen Schmidt und Colson Whitehead sowie über eine Neuübersetzung von Raymond Queneau.

"Der Zopf meiner Grossmutter" von Alina Bronsky Sie war zwölf, als sie aus dem Uralgebirge in die hessische Provinz kam. Inzwischen gilt Alina Bronsky als eine der aufregendsten deutschen Schriftstellerinnen. Ihr Debüt "Scherbenpark" wurde Bestseller und Film, zwei ihrer Romane landeten auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

Ihr neuer Roman "Der Zopf meiner Grossmutter" spielt in einem Flüchtlingsheim. Max ist mit seinen Großeltern aus Russland nach Deutschland gekommen. Seine Oma will sich mit den veränderten Gegebenheiten nicht abfinden und zeigt das mehr als deutlich: Sie ist übergriffig, tyrannisch, rassistisch und peinlich. Aber alles natürlich nur aus Liebe und zum Schutz des Enkels vor der neuen, fremden Welt.

"Ein Auftrag für Otto Kwant" von Jochen Schmidt Der in Ostberlin aufgewachsene Jochen Schmidt, der am Tag des Mauerfalls 19 Jahre alt wurde, ist bekannt für seine schrägen, aberwitzigen und gleichzeitig melancholischen Geschichten und Kolumnen. Waren seine ersten Romane noch in der Wende- und Endzeit der DDR angesiedelt, geht es im neuen Roman "Ein Auftrag für Otto Kwant" nach Urfustan, einen bizarren, postsowjetischen Staat. Dort soll der Architekturstudent Kwant für einen Diktator Prunkbauten errichten. Doch Otto Kwant, ein Pechvogel und Zauderer, will nur eins: weg. Das ist aber gar nicht so leicht, eine abenteuerliche Flucht beginnt.

"Zazie in der Metro" von Raymond Queneau Erst zählte er sich zu den Surrealisten Frankreichs, dann schrieb er als Mitglied avantgardistischer Literaten, um schließlich, ganz bürgerlich, Lektor beim renommierten Pariser Literaturverlag Gallimard zu werden. Raymond Queneau (1903-1976) hinterließ ein Werk so bunt und vielschichtig wie sein Lebenslauf. 1959 veröffentlichte er "Zazie in der Metro". Der Bestseller wurde bereits ein Jahr später von Starregisseur Louis Malle verfilmt.

Die zwölfjährige Zazie ist frühreif, vorlaut und von unerschrockenem Mutterwitz und damit bestens ausgestattet, die absurde Welt der Erwachsenen zu entlarven. In Paris will die Mutter ungestört ihren Liebhaber treffen und damit Zazie die Klappe hält, soll sie nach Herzenslust Metro fahren dürfen. Doch die wird just an diesem Wochenende bestreikt. Jetzt hat Frank Heibert die Geschichte neu übersetzt und erweitert: Endlich kann Zazie tatsächlich in die Pariser Metro einsteigen.

"Die Nickel Boys" von Colson Whitehead

Den Finger in offene Wunden der amerikanischen Geschichte legt Colson Whitehead mit seinen Romanen immer. Für seinen Welterfolg "Underground Railroad" wurde der US-Amerikaner 2017 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Jetzt thematisiert er erneut den tiefsitzenden Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft und das Trauma von Hass und Ausgrenzung.

"Die Nickel Boys" spielt in den 1960er-Jahren in Florida. Der 16-jährige Elwood wächst im schwarzen Ghetto von Tallahassee auf. Er bewundert Martin Luther King und träumt von sozialem Aufstieg. Schuldlos landet er in einer üblen Besserungsanstalt. Aber Elwood will seinen Traum von einer gerechteren, besseren Welt nicht aufgeben. Das ist lebensgefährlich.

"Das Literarische "Quartett" wird im Rang-Foyer des Berliner Ensembles mit Publikum aufgezeichnet. Die nächste Sendung wird am 9. August 2019, 23.00 Uhr, ausgestrahlt.